Männerwelt Energiebranche? — Entwicklerin Swathi Gangadhar sieht das etwas anders

Noch dominieren Männer technische Branchen in Deutschland. Über 80 Prozent der Angestellten in den Bereichen IT und Energie sind männlich. Der Anteil junger Frauen, die sich für entsprechende Studiengänge entscheiden und eine Karriere als Ingenieurin oder Entwicklerin anstreben, ist nach wie vor gering. Dennoch zeigt sich eine klare Tendenz: Die Energiebranche wird weiblicher und auch jünger. Im Interview spricht Softwarentwicklerin Swathi Gangadhar über ihre persönliche Begeisterung fürs Programmieren und den spannenden Arbeitsalltag bei NOVUM.

Swathi, du bist die erste weibliche Software-Entwicklerin in unserem Team. Aber macht sich das Thema Gender für dich überhaupt bemerkbar?

Tatsächlich kaum. Dazu muss ich sagen, dass es im modernen Indien völlig normal ist, dass junge Frauen Entwicklerinnen oder Ingenieurinnen werden. Insbesondere der Ingenieursabschluss ist dort mit viel Ansehen verbunden.

Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder – egal, ob Mädchen oder Junge – so einen Weg einschlagen, weil er einfach eine Perspektive bedeutet. Mütter und Väter, aber auch die Gesellschaft insgesamt, haben in Indien viel Einfluss auf die persönliche Berufswahl.

Bei NOVUM erhalte ich genauso viel Respekt und Gestaltungsspielraum wie alle anderen. Das Einzige, was mir ein bisschen fehlt, sind die gemeinsamen Treffen mit Kolleginnen nach der Arbeit. Wir sind erst wenige Frauen und alle leider sehr eingebunden.

Wie kam es dazu, dass du Software-Entwicklerin geworden bist?

Ich hatte bereits zu meiner Schulzeit Gelegenheit, erste Erfahrungen mit Programmiersprachen zu sammeln. Allein in meinem indischen Heimat-Bundesstaat Karnataka gibt es übrigens über 200 Hochschulen, an denen man einen IT-Abschluss erwerben kann. Das Thema hat mich einfach fasziniert. Zudem konnte ich nach dem Bachelor-Studium an der Visvesvaraya Technological University bei NOVUM direkt ins Berufsleben starten und brauchte keinen Master oder sonstige Zusatzqualifikationen.

Was gefällt dir besonders an deinem Job?

Das Beste an meinem Job ist die Zusammenarbeit mit meinem persönlichen Mentor und NOVUM-Co-Founder Jens Haupt. Jens gibt mir viel Freiraum, um Dinge auszuprobieren und erlaubt mir auch, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen.

Zudem liebe ich die Stimmung im Team. Als ich angefangen habe, haben alle direkt von Deutsch auf Englisch umgeswitcht. Wir helfen uns gegenseitig und kochen öfter zusammen, statt einfach essen zu gehen.

Inhaltlich finde ich es spannend, dass sich in unserer Branche so viel tut. Man muss sich selbst permanent weiterentwickeln. Ich sehe das als positive Herausforderung.

Was möchtest du beruflich in Zukunft gern erreichen?

Ich möchte Projekte selbstständig durchführen. Zudem kann ich mir gut vorstellen, später auch ein eigenes Team zu leiten.

Hast du einen Tipp, wie wir in Deutschland mehr junge Frauen ermutigen können, Entwicklerin oder Ingenieurin zu werden?

Ich glaube, dass es wichtig ist, dass Jugendliche frühzeitig mit den entsprechenden Themen in Berührung kommen und die Chance haben, eine Faszination dafür zu entwickeln. Aus indischer Perspektive würde ich zudem sagen, dass Eltern Mädchen natürlich auch mehr ermutigen sollten, einen Beruf in der IT- oder der Energiebranche zu wählen.

Kontakt

Melanie Loos

Head of Communications

m.loos@novum-engineering.com

+49 (0) 351 475 911 50