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Speicher sind Infrastruktur, keine bloßen Stromverbraucher

Großbatteriespeicher erfüllen eine essenzielle Aufgabe für unser Energiesystem: Sie reduzieren den Bedarf an teuren Redispatch-Maßnahmen und fangen durch Arbitrage extreme Preisschwankungen ab. Damit fungieren sie als wichtiges Bindeglied zwischen erneuerbaren Energien, dem Stromnetz und den Verbrauchern. Speicher müssen aufgrund dieser systemstabilisierenden Rolle als Infrastruktur betrachtet werden und dürfen nicht wie klassische Netznutzer (Verbraucher) mit Netzentgelten belastet werden.

Das Problem: Die aufgeweichte Planungssicherheit (§ 118 Abs. 6 EnWG)

Bislang konnten Investoren auf eine verlässliche Regelung bauen: Nach § 118 Abs. 6 EnWG genossen Speicher, die bis zum 4. August 2029 in Betrieb gehen, eine 20-jährige Befreiung von den Netzentgelten. Auf dieser Grundlage wurden Investitionen im zweistelligen Gigawattbereich geplant und finanziert.

Die nun von der Bundesnetzagentur im Verfahren AgNes skizzierten Orientierungspunkte bedrohen diese Grundlage. Die regulatorische Unsicherheit ist derzeit das größte nicht-technische Projektrisiko, da technologische Risiken und der eigentliche Anlagenbetrieb mittlerweile sehr gut beherrschbar sind.

Die fatalen Folgen für den Markt

Eine nachträgliche Änderung dieser Rahmenbedingungen hat aus unserer Sicht als Experten, die als unabhängiger Monitoring-Partner Projekte bewerten, drastische Konsequenzen:

  • Finanzierungsmodelle wackeln, da Business Cases komplett neu bewertet werden müssen.
  • Die Risikoprämien steigen, was Investitionen künstlich verteuert.
  • Es drohen Investitionsverschiebungen, wodurch eine gefährliche Lücke zwischen dem Ausbau der Erneuerbaren und der nötigen Flexibilitätsinfrastruktur entsteht.
  • Letztlich führt ein verzögerter Speicherzubau zu höheren Gesamtsystemkosten für alle.

5 Leitplanken für die Zukunft

Um den Ausbau nicht abzuwürgen, fordert NOVUM klare Spielregeln für die Regulierung:

  1. Sicherung des Vertrauensschutzes: Projekte, für die bereits Investitionsentscheidungen getroffen wurden, müssen geschützt bleiben.
  2. Transparente Übergangsregelungen: Es braucht eindeutige Stichtage für laufende Projektentwicklungen.
  3. Differenzierung: Eine klare Trennung zwischen netzdienlichen Infrastruktur-Speichern und reinen Verbrauchsanwendungen ist notwendig.
  4. Anreize für Netzdienlichkeit: Die neuen Entgeltsysteme sollten dynamische Anreize setzen, die netzdienliches Verhalten belohnen.
  5. Langfristige Leitplanken: Die Investitionssicherheit muss auch über einzelne Legislaturperioden hinaus garantiert werden.

Fazit: Die Technologie ist bereit, nun muss die Regulierung nachziehen und Verlässlichkeit schaffen, anstatt laufende Projekte auszubremsen.

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